Der schwedische Busunternehmer Ernst Carlson, geboren 1896, wuchs mit der Einführung von Autos auf. Er wurde in der Landwirtschaft ausgebildet und erhielt seinen Führerschein in frühen Tagen. Wie viele andere arme Schweden ging er in die USA, um Geld zu verdienen. Zurück in Schweden bestellte er 1936 seinen ersten neuen Benzinmotor Volvo Reisebus, da Urlaubsreisen immer beliebter wurden.

Im Jahr 1939 wurde der Import von Treibstoff, Öl und Reifen kriegsbedingt reduziert. Der Bus musste verkauft werden.

 

 

Im Herbst 1947 bestellte Carlson einen neuen Bus, basierend auf dem Volvos Diesel-Chassis B 513. Der Karosseriebauer "Skeningeverken" wurde beauftragt, die Karosserie nach Herrn Carlsons Anweisungen zu bauen. Die Standard-Karosserie wurde dann auf einem breiteren, längeren und höheren Coachbus als üblich gebaut.

Der Radstand wurde von 5,2 auf 6,0 Meter verlängert, was der Fahrgestellhersteller Volvo missbilligte. Das neue Fahrzeug war zu viel experimentell.

Der neue Bus wurde im April 1948 fertiggestellt, ein außergewöhnlich komfortabler Reisebus mit Panoramadach, geräumigen Flugzeugsitzen, Küche, Toilette, Radio und Neonlicht. Es wurde nur ein einziges Exemplar gebaut. Leider war der 95-PS-Motor für das 12-Tonnen-Fahrzeug zu schwach. Das Projekt wurde sehr teuer, etwa dreimal so teuer wie ein Standardbus.

Zehn Jahre lang machte Carlson mit seinem Bus aufregende Expeditionen durch ganz Europa. Die Küche wurde zum Kochen benutzt, da es in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg an Lebensmittel und Restaurants fehlte.

 

 

 

Eine Reise von Schweden nach Paris dauerte etwa zehn Tage. Im Jahr 1953, als Königin Elisabeth gekrönt wurde, arrangierte Carlson eine Reise nach London.

Auch Wien wurde besucht und der Bus per Bahn über den Brennerpass nach Italien transportiert. Film hier! In 1958 wurde Weltmesse Expo 58 ins Belgien besucht.

Im Vergleich zu neuen Bussen in den 1950er Jahren hatte der N200 einen altmodischen Eindruck, er war langsam und klein. Es war unmöglich mit Bussen mit doppelter Motorleistung und Sitzen zu konkurrieren. Im Jahr 1956 wurde Carlson gestoppt, als die Anzahl der Passagiere im N200 von 30 auf 26 reduziert wurden,

um die Überlastung zu reduzieren. Somit fehlten vier wichtige Sitze zur Wirtschaftlichkeit. Die letzte Fahrt wurde im Sommer 1959 nach Lübeck gemacht und dann wurde der Bus aus dem Verkehr gezogen.

Als Carlson 1977 starb, war der berühmte Bus immer noch in seiner Garage. Er wurde an eine Gruppe von Autoenthusiasten verkauft, aber nicht sorgfältig gelagert. Im Jahr 2005 waren die Überreste des einst außergewöhnlichen Busses in einem sehr schlechten Zustand. Die Karosserie wurde durch einen feuchten Lagerplatz schwer beschädigt. Das Dach war eingestürzt und es roch nach Schimmel.

Von 2005 bis 2014 wurde der Bus komplett renoviert mit einem neuen Dach, die gesamte Technik wurde überarbeitet, inklusive eines neuen 115 PS starken Motors und Getriebe. Der Innenraum hat eine Verjüngungskur erhalten, die Sitzbezüge sind noch die originalen von 1948.

Im Jahr 2018 wurde der Bus 70 Jahre alt, in den letzten fünf Jahren war er über 10.000 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 75 km / h unterwegs. Der Bus ist seit 60 Jahre in Schweden geblieben, wird es im Zukunft noch eine Europatour?

 

 

Die Geschichte Reisebus N200

N4444 Volvo 1936

N200 Volvo 1948